Same same, but different – Kambodscha heute und vor 13 Jahren

Wer kann schon von sich behaupten, gleich zwei mal in seinem Leben an einem Ort wie den Angkor Tempelanlagen in Kambodscha gewesen zu sein? Jan kann! Heute und vor ziemlich genau 13 Jahren.

Lange haben wir überlegt, ob wir Kambodscha besuchen sollen oder nicht. Denn damit wären wir nach Singapur und Tokio wieder einem Ort auf dieser Welt, den einer von uns beiden schon kennt. Aber, Kambodscha ist von Laos aus doch nur einen Katzensprung entfernt … wir könnten die Grenze auf dem Landweg queren … mhh, das klingt aufregend verlockend! Das machen wir!

Und schon sind wir einen ganzen Tag damit beschäftigt, vom Süden Laos in den Norden Kambodschas zu fahren. Am Ende des Tages waren es tatsächlich 6 Transportmittel, die wir benutzt haben. Ein kleines Longboot auf dem Mekong, ein Großraum-Tuk Tuk zur laotischen Seite der Grenze, unsere eigenen Füße, um über die Grenze zu laufen, zwei Mini-Vans in Kambodscha (Umsteigen und Gepäck tragen macht ja soviel Spaß!) und ein kleines Tuk Tuk zum Hotel in Siem Reap. Puhhhh!

Von Siem Reap, dem Ausgangspunkt für alle Angkor Touristen, sind wir gleich positiv überrascht. Viele Touristen bedeutet hier eine grosse Auswahl an Hotels, zu wirklich fairen Preisen. Wir genießen seit langer Zeit wieder schneeweisse Leinen, ein sauberes Bett, Duschen ohne Flip Flops und ein nach Zitronengras duftendes Zimmer. Herrlich!

Von einem kanadischen Pärchen haben während dem Grenzübertritt einen Tipp für einen zuverlässigen Tuk Tuk Fahrer bekommen. Ran holt uns gleich am nächsten Morgen freudestrahlend am Hotel ab. Im Tuk Tuk eine kleine rote Kühlbox mit einem Gruß unserer kanadischen Bekannten: Eisgekühltes Bier! Und sie haben es gut mit uns gemeint – gleich 10 Dosen. Was für eine erfrischende Überraschung. So düsen wir mit Ran durch den kambodschanischen Verkehr und lassen es uns im Tuk Tuk gut gehen. Ran ist wirklich ein guter Tuk Tuk Fahrer und auch sehr besorgt, dass wir bei der Hitze nicht verdursten. „You are German, you like beer!“ ist sein Lieblingsspruch.

Drei Tage fahren wir mit Ran durch die alten Tempelanlagen von Angkor und fallen jeden Abend schwer beeindruckt, aber auch fertig in‘s Bett. Kein Wunder – wir klettern nicht nur diese eine steile Treppe rauf und wieder runter.

Zum Glück finden wir immer wieder ein schattiges Plätzchen in den alten Tempeln. Denn bei fast 40 Grad Celsius können wir gar nicht so viel trinken, wie wir ausschwitzen. Weder Bier noch Wasser …

Natürlich müssen wir an all die Orte, die Jan vor 13 Jahren schon einmal besucht hat. Außer deutlich mehr Touristen hat sich nicht viel verändert, ist sich Jan schnell sicher. Das steinerne Gesicht am Bayon Tempel verzieht auch heute noch keine Miene.

Wie damals vor 13 Jahren!

Nächster Halt: Tomb Raider Tempel. Hier finden wir heute leider keine Lara Croft. Sie ist bestimmt mit dem nächsten Dreh am Set schwer beschäftigt. Also muss Jan alleine auf‘s Foto.

Wie übrigens auch vor 13 Jahren. Dafür konnte man damals noch viel viel näher an die Urwaldriesen ran.

Macht nichts, dass wir Lara Croft nicht angetroffen haben. Jan hat einen neuen Freund zum Kuscheln gefunden.

Nicht verändert hat sich natürlich der berühmteste Tempel: Angkor Wat. Da Jan sich nicht mehr sicher ist, ob er ihn damals zum Sonnenaufgang sehen konnte, oder nicht, beißen wir in den sauren Apfel. Ran holt uns um 4:30 Uhr am Hotel ab und wir düsen durch die stockfinstere Nacht. Alleine sind wir hierbei übrigens nicht. Ein Sonnenaufgang bei Angkor Wat scheint Pflicht zu sein. Und lohnt sich absolut!

Wir lassen uns noch eine Weile durch die Tempelanlagen treiben. Oftmals entdecken wir kleine Details erst, wenn wir einen Moment der Ruhe im Schatten genießen. Und wir fühlen uns wie in einem Freizeitpark. Die alten Tempel sind einfach zu bizarr und wahr zu sein. Wie in einem riesigen Labyrinth suchen wir Ausgänge, drehen Steine um und klettern über eingestürzte Mauern. In Deutschland undenkbar. Längst wären die einsturzgefährdeten Tempel gesperrt oder zu mindest mit fetten Warnhinweisen versehen. Wir genießen es in jedem Fall sehr mit unseren Flip Flops durch die Tempel zu klettern. Wenn schon, denn schon.

Mit unglaublich vielen Bildern und Eindrücken im Gepäck fliegen wir von Siem Reap aus nach Yangon in Myanmar, ehemals Burma. Das Land mit den zwei Namen fasziniert uns schon eine ganze Weile. Nicht umsonst steht es nach so langer Zeit immer noch ganz oben auf unserer Reiseliste … und ist leider ganz schön groß für die Zeit, die uns zum Reisen noch bleibt. Kambodscha müssen wir uns daher ein anderes Mal intensiver anschauen. Wir kommen gerne zurück. Alleine schon, des Essens wegen. In Siem Reap gibt es tolle Projekte, in denen Waisenkinder von der Straße in Restaurants geholt werden, um dort im Service und der Küche ausgebildet zu werden. Wir haben selten so lecker und vor allem herzlich gegessen.

Was wir nicht vermissen werden, ist die krasse Luftverschmutzung. An jeder Ecke wird Plastikmüll verbrannt. Gepaart mit den fiesen Abgasen der viel zu vielen Autos entsteht ein Cocktail, der einfach nur brennende Augen und eine trockene Kehle macht. Aber auch interessante Bilder …

Greta // während einer der vielen verrückten Busfahrten in Myanmar // 06.12.2019

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